Flexibilität und Zeit

Flexibilität (Varietät): Prozesse, die einer veränderten Umweltsituation bzw. einem veränderten Kontext angepasst werden können, werden als flexibel bezeichnet. So z.B. die Bereitschaft und die Fähigkeit eines Unternehmens, veränderte Kundenerwartungen zu erfüllen, d.h. auch wie kurzfristig vor der Auslieferung noch Auftragsänderungen vorgenommen werden können. Es besteht ein möglicher Trade-off zwischen Produktivität und Flexibilität, weil eine hohe Produktivität durch möglichst standardisierte Produkte und Prozesse erreicht wird, während Flexibilität mehr Freiheiten benötigt. In der Produktion haben flexible Verfahrenstechnologien wie bspw. CNC-Universalmaschinen eine Verminderung des Trade-off möglich gemacht.
Zeit: Kunden möchten pünktliche Lieferungen mit möglichst kurzen Lieferzeiten. Um dies zu erfüllen brauchen Unternehmen entweder eine umfassende und teuere Lagerhaltung oder schnelle und zuverlässige Prozesse. Eine Möglichkeit die Prozesszeit zu messen ist:


 
Das Verhältnis ist kleiner als 1, denn:


 
Das Ziel ist es, das Verhältnis an 1 anzunähern, d.h. möglichst wenig Zeit für die nicht wertschöpfenden Tätigkeiten Inspektion, Transport und Lagerhaltung der Waren zu verbringen, da der Kunde letztendlich nur bereit ist, für die Wertschöpfung, d.h. die tatsächliche Bearbeitungszeit zu bezahlen. Durch Inspektionen, Transport, Lagerung, Reinigung, Bewachung, Meetings, Koordination, Besuche, Suchzeiten, Abklärungen, Investitionsrechnungen, Kalkulationen, Zeichnungen etc. entsteht eine negative Wertschöpfung, d.h. Kosten, wodurch die Wertschöpfung wieder aufgezehrt wird. Das Verhältnis von Bearbeitungszeit zur Durchlaufzeit ist ein Frühindikator und eignet sich genauso für Dienstleistungen.