Früh- und Spätindikatoren

Daneben gibt es noch Früh- und Spätindikatoren (Leading and Lagging). Frühindikatoren messen Aktivitäten oder Zustände, die einen Einfluss auf zukünftige Ergebnisse haben, bspw. die Motivation der Mitarbeiter. Spätindikatoren messen den Output von vergangenen Aktivitäten, wie bspw. die meisten Finanzkennzahlen.


Früh- und Spätindikatoren sind an Prozesse gebunden. Frühindikatoren sind im Inputbereich eines Prozesses zu suchen. Der Frühindikator ist somit Ursache bzw. Einflussfaktor eines Prozesses, wie z.B. Mitarbeiterqualifikation, -motivation, und -zufriedenheit und die bereitgestellte Ressourcen. Spätindikatoren sind die Ergebnisse oder Wirkungen eines Prozesses, wie z.B. Kundenzufriedenheit oder ein höherer Umsatz. Ergebnisse eines Prozesses können wiederum der Input eines anderen Prozesses sein, wodurch sie zu Meilensteinen oder Zwischenstationen werden.


D.h. Kennzahlen können gleichzeitig Früh- und Spätindikatoren bzw. Ursache und Wirkung zugleich sein. So ist Kundenzufriedenheit ein Frühindikator des Economic Value Added (EVA) oder ROI, aber ein Spätindikator von zeitgerechten Lieferungen. Zeitgerechte Lieferungen ist ein Frühindikator von Kundenzufriedenheit, gleichzeitig aber auch ein Spätindikator von Produktionszeiten, Qualität des Produktionsprozesses und auch des Produktes selbst. Die Prozessqualität, Nachbearbeitung von Produkten und Produktionszeiten sind wiederum Spätindikatoren der Fähigkeiten und der Arbeitsmotivation der Mitarbeiter.
Durch das Verstehen von Ursachen (Input) und deren Wirkung (Output) im Gesamtbetriebsprozess und Einzelprozessen können Prozesse frühzeitig in die richtige Richtung gesteuert werden und nicht erst, wenn die Prozessergebnisse vorliegen. Da Finanzkennzahlen Spätindikatoren sind, zeigen sie sehr gut, wie sich vergangene Prozesse ausgewirkt haben. Sie helfen allerdings nicht dabei, die Zukunft eines Unternehmens vorherzusagen. Um Prozesse bzw. ein Unternehmen steuern zu können, müssen deshalb die Ursachen für den Erfolg gemessen werden.