Messung von Effizienz

Prozesse sollen aber nicht nur für den Kunden effektiv sein, sondern auch für das Unternehmen, das die Leistung erstellt. Da das Ziel von Unternehmen nach dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip die Maximierung des Gewinns (Umsatz minus Gewinn) oder der Rentabilität (Verzinsung des eingesetzten Kapitals) ist, ist ein Prozess dann für das Unternehmen effektiv, wenn diese Ziele erreicht werden. Das kann nur geschehen, wenn die Prozesse zur Produkterstellung effizient sind. Effizienz ist der Quotient von Output (Nutzen) zu Input (Kosten), was auch als Produktivität bezeichnet wird.



Wenn der Quotient aus Output und Input größer als 1 ist, wurde eine Wertschöpfung (Mehrwert, Value Added) realisiert, ansonsten spricht man von Verschwendung (waste).
Dabei soll nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip entweder ein bestimmter Output (Ziele, Ergebnis, Wert: Leistung) mit dem geringstmöglichen Input (Mitteleinsatz, Wert: Kosten) erzielt werden (Minimumprinzip), oder mit einem gegebenen Input ein größtmöglicher Output (Maximumprinzip) hergestellt wird. Die effizienteste Produktionsalternative ist damit dann gegeben, wenn es keine anderen Produktionsmöglichkeiten mehr gibt, um ein gegebenes Produkt mit weniger Input (Kosten, Zeit) herzustellen. D.h., die Produktionsfaktoren sollen nicht verschwendet, bzw. effizient eingesetzt werden. Eine hohe Produktivität kann bspw. erreicht werden, indem die nicht genutzten Zeiten (Transport-, Rüst-, Liegezeiten) verringert werden.

Prozesse sind dann am effizientesten, wenn sie möglichst keine Kosten verursachen. “What happens inside any organization is effort and cost. To speak of “profit centers” in a business as we are wont to do is polite euphemism. There are only effort centers. The less an organization has to do to produce results, the better it does its job. That it takes 100,000 employees to produce the automobiles or the steel the market wants is essentially a gross engineering imperfection. The fewer people, the smaller, the less activity inside, the more nearly perfect is the organization in terms of its only reason for existence: the service to the environment.”

Eine Bewertung der Produktivitätskennzahl wird oft als schwierig betrachtet, wenn sich Input und Output aus heterogenen Einheiten zusammensetzen. Um Input und Output auf „einen gemeinsamen Nenner“ zu bringen, können sie in Geldeinheiten bewertet werden. Dadurch wird die Produktivitätskennziffer eine Wirtschaftlichkeitskennziffer und dividiert Leistung durch die Kosten, bzw. Ertrag durch Aufwand.


 
Abbildung: Mögliche Produktivitätskennzahlen, Quelle: Corsten (2000), S. 612
Die Produktivität kann als Gesamtproduktivität und als Teilproduktivität gemessen werden.
 


 
Beispiele für Teilproduktivitäten sind Arbeitsproduktivität, Kapitalproduktivität, Energieproduktivität, Materialproduktivität (Bsp. Produziertes Paar Schuhe pro eingesetzter Menge Leder). Somit kann man für einen Prozess genauso viele Teilproduktivitäten bilden, wie es Inputfaktoren gibt. Dabei ist die Wichtigkeit einzelner Teilproduktivitäten je nach Branche unterschiedlich.